Wir sind faires Jugendhaus!

Nach anderthalb Jahren Vorbereitung war es am 18. Januar endlich soweit: das Jugendhaus am Moselring (JaM) und die Ev. Jugend der Kirchengemeinden Koblenz-Pfaffendorf sowie Winningen erhielten als erste Einrichtungen in Rheinland-Pfalz die Auszeichnung als Faires Jugendhaus.

Stellvertretend für die Vorsitzende der Evangelischen Jugend im Rheinland, Miriam Lohrengel, und die Landesjugendpfarrerin, Simone Enthöfer, überreichte der Koordinator der Kampagne, Andreas Roschlau, den drei Einrichtungen aus dem Kirchenkreis Koblenz die Zertifikate.

Unterstützung erhielt er dabei vom Koblenzer Oberbürgermeister, David Langner, sowie vom Superintendenten des Kirchenkreises Koblenz, Rolf Stahl, die den Jugendlichen die Plaketten für die Häuser sowie fair gehandelte Fußbälle und Grillkohle übergaben.

Dabei standen die Jugendlichen nicht nur bei der Zertifizierung im Mittelpunkt, sie hatten auch wesentlich den Gottesdienst mitgestaltet, in dessen Rahmen die Feierlichkeit begangen wurde. Neben der musikalischen Begleitung durch eine Jugendband waren sie vor allem aktiv in der Aktionsphase, während der die Teilnehmenden des Gottesdienstes erfahren konnten, was die Jugendlichen in den Einrichtungen alles unternommen haben, um die Auszeichnung zu erhalten.

Den Leitgedanken gab dabei ein Lied vor: „Steh auf, bewege Dich, denn schon ein erster Schritt verändert Dich, verändert mich…“ Von Wachstücher herstellen über ein fair-regionales Frühstück bis zu öko-fairen Teamer-Pullis reichen die vielen kleinen Schritte, die – konzeptionell in die Jugendarbeit der Kirchengemeinden eingebunden – zur Erfüllung der Kriterien für ein faires Jugendhaus dienten.

Auch Kreisjugendpfarrer Gerd Götz betonte in seinem theologischen Impuls, wie wichtig es ist, sich mit Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu beschäftigen und trotz der oft frustrierenden und demotivierenden Berichterstattung sich die Hoffnung auf ein gutes Leben für alle zu erhalten. Daher freute ihn insbesondere die Wertschätzung, die die Jugendlichen mit der Auszeichnung für ihr Engagement erhalten haben.

Einige Tipps und Vorschläge, wie man seinen Alltag fairer und nachhaltiger ausrichten kann, haben die Jugendlichen zudem in einem Kalender für die Fastenzeit zusammengestellt, den man im Jugendreferat des Kirchenkreises Koblenz bestellen kann.

 

Hintergrund

Die Kampagne ‚Faires Jugendhaus’ ist ein Projekt der Evangelischen Jugend im Rheinland, das im Frühjahr 2017 mit der Zertifizierung von zwei Einrichtungen gestartet ist. Anhand nachprüfbarer Kriterien müssen die Einrichtungen darlegen, wie ihre Strategie aussieht, den Fairen Handel sowohl inhaltlich intern und extern zu kommunizieren als auch praktisch Produkte aus fairem Handel zu nutzen bzw. zu verkaufen. Außerdem müssen pro Jahr mindestens zwei Projekte durchgeführt werden und eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit erfolgen. Nach erfolgreicher Bewerbung wird der Titel für drei Jahre vergeben, eine Re-Zertifizierung ist möglich und erwünscht.

Die Kampagne wird organisiert von der AG Faires Jugendhaus der Evangelischen Jugend im Rheinland, dem Jugendverband der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Im Kontext von nachhaltigem und kritischem Konsum ist der Faire Handel seit langem ein wichtiges und zentrales Thema der Evangelischen Jugend. Deshalb möchte die Evangelische Jugend im Rheinland mit der Kampagne ‚Faires Jugendhaus‘ Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit dafür begeistern, sich mit dem Thema Fairer Handel und weltweite Gerechtigkeit zu beschäftigen und selbst aktiv zu werden. Die Kampagne bietet die Möglichkeit, sich aktiv für eine bessere Welt einzusetzen und nachhaltig Verantwortung zu übernehmen.

Das Label Faires Jugendhaus soll das Engagement der Einrichtungen nach außen tragen und allen zeigen, wie sich überall im Rheinland die Evangelische Jugend für einen fairen Handel und gerechte Strukturen weltweit einsetzt.

Darüber hinaus bietet das Faire Jugendhaus ein Dach für alle, die sich in diesem Themenbereich engagieren, und will Menschen, Ideen, Kompetenzen und Kapazitäten vernetzen und fördern.

Text: Andreas Roschlau, Koordinator für Faire Jugendhäuser in unserer Landeskirche

Die Auszeichnung

Damit wir das Label Faires Jugendhaus erhalten konnten haben wir uns mit 5 Kriterien auseinandergesetzt und umgesetzt 

 

  1. Strategie
    Wir haben mit einem kleinen Team an einer Fortbildung zum Fairen Jugendhaus teilgenommen und ünerlegt, wie wir die Kriteien bei uns nachhaltig integrieren können.
  2. Produkte
    Wir verkaufen in den 3 Gepa-Kiosks in unserer Gemeinde faire Produkte wie zum Beispiel Tee, Kaffee oder Reis und super leckere Schokolade.
    Außerdem sind alle unsere T-Shirts und Hoodies nachhiltigund fair produziert und von einer lokalen Schülerfirma bedruckt worden.
  3. Aktionen
    Mindestens zwei mal jährlich führen wir Aktionen durch, die sich mit dem Thema Fairer Handel und Nachhaltigkeit beschäftigen.
    Zum Beispiel findet jährlich das “Faire Kochen” statt.
  4. Öffentlichkeitsarbeit
    Über alle unsere Aktionen berichten wir auf Facebook, Instagram und regelmäßig im Gemeindebrief. Auf unseren Sozialen Netzwerken findet ihr auch coole Tipps, die ihr ganz einfach im Alltag umsetzten könnt.
  5. Nachhaltigkeit
    Neben dem Fairen Handel setzten wir uns auch aktiv mit dem Thema NAchhaltigkeit im Bereich Klamotten und Ernährung auseinander. Wir haben eine Klamottentauschbörese organisiert und schauen mit Kindern und Jugendlichen auf Freizeiten und Aktionen, welche Lebensmittel lokal/saisonal angeboten werden und welche Ernährungsweisen sich auf unsere Umwelt in welchem Maße auswirken.